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traffic jam - 2007 - Tinte auf Leinwand - 200 x 260 cm

living room - 2007 - Tinte auf Leinwand - 200 x 260 cm

flash - 2007 - Tinte auf Leinwand - 200 x 260 cm



green exit - 2007 - Tinte auf Leinwand - 80 x 100 cm

red exit - 2007 - Tinte auf Leinwand - 80 x 100 cm

yellow lightscape - 2007 - Tinte auf Leinwand - 80 x 100 cm

pink lightscape - 2007 - Tinte auf Leinwand - 80 x 100 cm

top - 2007 - Tinte auf Leinwand - 150 x 200 cm

Eine Szene fast wie aus dem richtigen Leben: Die Kinder hüpfen fröhlich im leuchtend blauen Pool herum, Papa zieht die Schürze an zum Grillvergnügen und wendet fleißig seine Würstchen, derweil Mama im Bikini sich vor dem Essen noch ein wenig in der Sonne aalt. So weit, so gut. „Screens", so der Titel von Oliver Raszewskis neuer, vor zwei Jahren begonnener Bilderserie, zeigt indes nicht eigentlich die Wirklichkeit, sondern Szenen gerade wie aus „Second Life", erfunden am Computer. Allein, was will uns der Künstler damit sagen? Dass eine Idylle selbst in der Parallelwelt trügerisch erscheint, die virtuelle Bratwurst auf Dauer nicht recht satt macht?

Oder dass ein Leben in der Virtualität geradeso banal erscheint wie unser aller Alltag? Das freilich wäre als Erkenntnis so weltbewegend nicht. Doch dem Offenbacher Künstler, der sich seit Jahren mit der durch die Medien rasant veränderten Erschließung der Welt und der Verschiebung der Wahrnehmung beschäftigt, geht es mit seinem Zyklus erkennbar um ein wenig mehr. Nicht nur, dass Raszewski in seiner auf gefundenen Fotografien basierenden und auf Leinwand gedruckten „computergenerierten Malerei" immer schon auch das Medium selbst thematisiert; dass die „Screens" darüber hinaus einen sanft ironischen Seitenhieb auf den neuen, gelegentlich gleichfalls der Banalität gescholtenen Realismus der „Neuen Leipziger Schule“ ahnen lassen.

Vor allem richtet der 1962 geborene Absolvent der Offenbacher Hochschule für Gestaltung sein Augenmerk auf die zunehmende Verwischung der Grenzen zwischen den Realitätsebenen. Dabei spielt es im Grunde keine Rolle, ob Idylle und Familienglück oder Sex, Gewalt und Leidenschaft Raszewskis virtuelle Welt bevölkern: Die Beantwortung der Gretchenfrage überlässt der Künstler dem Betrachter.

Denn in den stärksten Arbeiten, etwa den ebenso kühn wie kühl wirkenden Architekturen, manchen „Sniper"-Bildern auch, lässt sich schlicht nicht mehr entscheiden, was ein Spiel ist und nichts als Oberfläche, was auf Medienbilder und die rauhe Wirklichkeit verweist.

Christoph Schütte