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Oliver Raszewskis computergenerierte Malerei besitzt Ausnahmestellung. Die Bearbeitung von Bildpunkten, Oberflächen und Farben hat der aus Berlin stammende Künstler so perfektioniert, dass eine Unterscheidung zwischen digitaler und analoger Welt überflüssig erscheint.

Nach intensiver Beschäftigung mit virtuellen Räumen und Architekturen, wie man sie beispielsweise in Computerspielen findet, lotet Raszewski in seinen neuen, teils großformatigen Arbeiten das weite Feld der Abstraktion aus, zitiert mit höchster Akribie Strömungen der nichtgegenständlichen Kunst.

Besonders deutlich wird dies bei einem Kleinformat mit dem Titel „Sotheby’s„, das die berühmten Leinwand-Schnitte eines Lucio Fontana täuschend echt wiedergibt. Man muss sich dem Bildträger bis auf Nasenlänge nähern, um zu erkennen, dass es sich um eine perfekte 2D-Simulation handelt. Assoziationen an amerikanische Drip Paintings wecken Arbeiten wie („Wave„ und „Frequency„), die mit mikroskopischem Blick in Sphären eintauchen, in denen Lichtwellen und Moleküle vor tiefschwarzem Hintergrund ihre Bahnen ziehen. Kristalline Strukturen sind andernorts („Cristalline„) bis in feinste Verästelungen farbkräftig ausgearbeitet. Raszewski ¸berschreitet die Grenze zwischen Pixel und Pigment.

An Op Art gemahnen nicht nur einige Kleinformate, die gekonnt das Zusammenspiel von Auge und Gehirn sabotieren, wie die zwischen roten Quadraten aufblitzenden grauen Punkte in der Arbeit „Dots„. Auch größere Werke zeigen frappierende Wirkungen, wie man sie bei digital erzeugten Bildern nicht erwarten würde. Einen furiosen Farbnebel entfacht Raszewski in „Fog„. Zwei Großformate zerlegen die Farbräume Lab und cmyk in oszillierende Spektren, die ständiger Veränderung unterworfen sind und geradezu hypnotisch wirken.
Aus der abstrakten Reihe tanzen zwei extreme Querformate, die politische Symbolik in Form von Ansteck-Buttons aufreiht. „Flags„ zeigt alle 208 Flaggen von allen Welt-Nationen, darunter auch nicht offiziell anerkannte wie Bergkarabach. „United„ interpretiert das Logo der Vereinten Nationen mit kritischem Blick hinter politische Kulissen. Das lässt sich Oliver Raszewski dann doch nicht nehmen.

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